© Foto: Maximilian König

Radprofi Franziska Brauße startet am 13. September mit REMBE | rad-net beim Women’s Cycling Grand Prix Region Stuttgart. Für die erfolgreiche Bahn- und Straßenradsportlerin – Olympiasiegerin ist das Rennen ein besonderes: In der Region ist sie zu Hause, Familie und Freunde können sie an der Strecke unterstützen. Im Interview spricht sie über Heimvorteil, ihre aktuelle Form, die Vorbereitung auf die Bahn-WM, ihre Rolle im Team – und darüber, wie für sie der perfekte Renntag aussehen würde.

 

Hallo Franziska, der Women’s Cycling Grand Prix Region Stuttgart ist für dich so etwas wie ein Heimrennen. Worin besteht der Reiz des Rennens? 

Für mich ist das Rennen besonders, weil es quasi mein Heimrennen ist und dadurch viele meiner Freunde und meiner Familie die Möglichkeit haben, meinem Team und mir beim Rennen zuzuschauen. In der Stuttgarter Innenstadt war die Stimmung in den vergangenen Jahren super und kam sehr nah an die Atmosphäre bei belgischen Klassikern oder Weltmeisterschaften heran. Außerdem sind wir in den vergangenen Jahren oft auf Straßen gefahren, die ich teilweise aus dem Training kenne. Das ist dann natürlich ein richtiger Heimvorteil. (lacht) 

Der Kurs führt in diesem Jahr von Tamm durch die Region. Was für einen Renncharakter erwartest du und wo könnte die Entscheidung fallen? 

Ich habe mir den Parcours zwar bereits auf der Karte angeschaut, aber noch nicht abgefahren, daher wäre es übertrieben zu sagen, ich kenne ihn. Aber, ich erwarte ein aktives Rennen und gehe davon aus, dass am Ende eine kleinere Gruppe um den Sieg kämpfen wird. Es gibt genügend kleinere Anstiege, an denen etwas passieren kann. Wahrscheinlich macht am Ende vor allem die Summe dieser ganzen Anstiege den Unterschied. 

Welche Art von Strecke liegt dir persönlich am besten? 

Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Ich mag kleinere Wellen, Zeitfahren und kann mich gut im Feld positionieren. Außerdem gehe ich gerne in Ausreißergruppen. Die bisherigen Strecken des Grand Prix haben mir wirklich gut gefallen. Die Hasenbergsteige war mir allerdings immer ein bisschen zu steil – obwohl die Stimmung dort der Hammer war! 

Wie zufrieden bist du mit deiner bisherigen Saison und wie schätzt du deine aktuelle Form ein? 

Die bisherige Saison verläuft gut. Der Wechsel von der WorldTour in ein Continental-Team war definitiv eine Umstellung. Neben den Bundesliga-Rennen stehen aber weiterhin internationale Rennen auf dem Programm. Es macht Spaß, wieder bei etwas kleineren Rennen zu starten und dafür auch häufiger auf dem Podium zu stehen. Die Deutsche Meisterschaft auf der Bahn lief vor allem gesundheitsbedingt nicht wie gewünscht, aber darüber bin ich inzwischen hinweg. Trotz der Umstellung im Team bin ich mit meiner Form zufrieden. Auch die Tests spiegeln dies. 

Welche Bedeutung hat der Women’s Cycling Grand Prix mit Blick auf deine weiteren Saisonziele? 

Der Grand Prix passt perfekt in meine Vorbereitung auf die Bahn-Weltmeisterschaften. Im Oktober startet die Olympia-Qualifikation und auf dem Weg dorthin ist das Rennen für mich ein wichtiger Baustein. 

Mit welchen Ambitionen geht ihr als REMBE | rad-net in das Rennen und welche Rolle übernimmst du im Team? 

Wir wollen auf jeden Fall ein offensives Rennen fahren. Die genaue Taktik besprechen wir am Abend vorher. Da das Rennen sehr stark besetzt ist, werden wir uns wahrscheinlich keine konkrete Platzierung als Ziel setzen. Mir macht es sehr viel Spaß in diesem Team. Wir sind eine super Mannschaft und arbeiten sehr gut zusammen. Im Rennen versuche ich auch, meinen Teamkolleginnen direkt Tipps weiterzugeben. Bei den meisten Rennen fahren wir mit Funk, das vereinfacht die Kommunikation natürlich. 

Du bist auf Bahn und Straße unterwegs. Unterscheidet sich deine Vorbereitung unmittelbar vor einem Rennen? 

Vor allem auf der Bahn habe ich relativ feste Rituale. Auf der Straße bin ich etwas entspannter. Für das Warmfahren auf der Bahn habe ich zum Beispiel extra eine Playlist. Da höre ich auch viel Deutschrap und generell Musik, die mich ein bisschen „aufputscht“. 

Hast du  einen persönlichen Glücksbringer, der dich bei Rennen begleitet? 

Ich trage immer die Kette von meinem Freund um den Hals. 

Wie gehst du mit Anspannung und Nervosität kurz vor dem Start um? 

Ich versuche mich daran zu erinnern, was ich kann und dass ich hart trainiert habe, um hier zu sein. Ich konzentriere mich auf mich selbst und auf meine Atmung. Und ein bisschen Aufregung ist ja auch nicht verkehrt. (lacht) 

Wer wird dich bei deinem Heimrennen vor Ort unterstützen? 

Es kommen viele Freunde und Familienmitglieder. Ein paar von ihnen fahren vorher sogar selbst beim ADAC Brezel Race mit. Das macht den Tag natürlich einmal mehr besonders. 

Wie sähe für dich der perfekte 13. September aus – und was wünschst du dir von den Fans an der Strecke? 

Der perfekte Rennverlauf? Ab Kilometer 40 in einer Spitzengruppe sein und dann als Erste über die Ziellinie fahren. (lacht) Von den Zuschauerinnen und Zuschauern wünsche ich mir vor allem, dass sie uns genug Platz zum Rennenfahren lassen und bei aller Begeisterung nicht zu weit auf der Straße stehen. Ansonsten: einfach so laut es geht anfeuern! Bringt eure Familie und Freunde mit und verbringt einen schönen Sonntag beim Radrennen. 

Zum AbschlussWenn du den Women’s Cycling Grand Prix Region Stuttgart in drei Worten beschreiben könntest, wären diese?:  

Heimat – Highlight – schnell!

Vielen Dank und alles Gute für den 13. September!